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Projekte

Bolivien: Aus Nebel entsteht neues Leben

Wenn der Regen ausbleibt, steht mehr auf dem Spiel als nur die nächste Ernte. In den Gemeinden rund um Villa Serrano in Bolivien zwingt der Klimawandel Familien dazu, ihren Alltag neu zu erfinden. Dabei zeigt sich: Aus winzigen Wassertropfen können neue Perspektiven entstehen.

In den ländlichen Gemeinden rund um Villa Serrano ist der Klimawandel längst Realität. Regen fällt unregelmässig, Trockenzeiten dauern länger, Quellen versiegen. Für viele Familien bedeutet das: Die eigene Ernte reicht kaum noch aus, um sich zu ernähren.

«Der Klimawandel bringt unseren Regen durcheinander und das Wasser wird knapp.»
Paulino Llanos, Leiter der Gemeinde Sipotendi

Und doch beginnt sich in mehreren Gemeinden etwas zu verändern. Gemeinsam mit der bolivianischen Organisation LIDER beginnen Familien, neue Wege im Umgang mit Wasser zu gehen. Nebelkollektoren machen selbst in trockenen Regionen Feuchtigkeit aus der Luft nutzbar. Kleine Bewässerungssysteme speichern das gewonnene Wasser und geben es gezielt an die Pflanzen weiter.

Was zunächst unscheinbar wirkt, verändert den Alltag der Familien grundlegend. Hinter den Häusern entstehen Gärten, in denen Gemüse wächst, wo zuvor kaum etwas gedieh. Familien können sich wieder besser selbst versorgen und gewinnen ein Stück Sicherheit zurück.

«Dank der Nebelkollektoren haben wir heute Wasser zum Kochen und für die Hygiene.»
Albina Oliva Velásquez aus der Gemeinde Sipotendi

Gleichzeitig lernen die Menschen in Schulungen, ihre Böden nachhaltig zu bewirtschaften, etwa durch Kompostierung, Fruchtwechsel oder biologischen Pflanzenschutz. Dieses Wissen wird direkt auf den eigenen Feldern angewendet und oft innerhalb der Gemeinschaft weitergegeben.

Auch über die Selbstversorgung hinaus eröffnen sich neue Möglichkeiten. Überschüsse aus den Gärten werden auf lokalen Märkten verkauft. Dort bieten Produzentinnen und Produzenten Gemüse, Honig oder verarbeitete Produkte an. So entsteht zusätzliches Einkommen. Ein besonderer Fokus liegt auf den Frauen. Sie sind es, die häufig die Gärten pflegen, Produkte verarbeiten und auf den Märkten verkaufen. Gleichzeitig profitieren sie von Schulungen zu Ernährung, Wasserbewirtschaftung und Gleichstellung, die ihre Rolle in den Gemeinden stärken.

Damit all diese Aktivitäten möglich sind, braucht es jedoch mehr als Wissen und Engagement. Die Gemeinden liegen verstreut und sind schwer erreichbar. Für die Umsetzung der Massnahmen und den Bau der Nebelkollektoren ist es entscheidend, dass Material, Fachpersonen und Ernteerzeugnisse zuverlässig transportiert werden können. Das bisher eingesetzte Fahrzeug ist dafür nicht mehr geeignet. Ein neues, geländetaugliches Fahrzeug soll sicherstellen, dass die Unterstützung die Menschen weiterhin erreicht – und dass sich die begonnenen Entwicklungen fortsetzen können. Denn dort, wo Wasser verfügbar wird, entstehen nicht nur Gärten. Es entstehen neue Perspektiven.

Das Fahrzeug macht den Unterschied
Damit sich die Lebensbedingungen in den abgelegenen Gemeinden rund um Villa Serrano nachhaltig verbessern, müssen Menschen, Material und Wissen zuverlässig vor Ort ankommen. Genau das soll ein miva-Fahrzeug ermöglichen:
• Es bringt Baumaterial, Saatgut und Ausrüstung in die Gemeinden
• Es ermöglicht den Bau von Wasser- und Bewässerungssystemen
• Es sorgt dafür, dass Schulungen regelmässig stattfinden können
• Es verbindet die Produzentinnen und Produzenten mit den lokalen Märkten
• Es stellt sicher, dass auch abgelegene Dörfer dauerhaft begleitet werden
Mit Ihrer Unterstützung bleibt diese Verbindung bestehen – und die Menschen können ihre Zukunft selbst gestalten.

Land
Bolivien
Ort
Chuquisaca, Sucre
Themengebiet
Frauen, Ernährungssicherheit
Projekttyp
Personen-/Geländewagen

Projektpartner

Línea Institucional de Desarrollo Rural (LIDER)
www.lider.org.bo

Begünstigte

Direkt vom aktuellen Projekt profi­tieren 105 Familien (rund 470 Per­sonen), 50 Gemeindeleiter sowie 40 Frauen und 30 Jugendliche, in­direkt etwa 360 weitere Familien (ca. 1’080 Personen).

Erwartete Wirkung

Das Projekt stärkt die Resilienz der Bevölkerung gegenüber den Fol­gen des Klimawandels, verbessert die Ernährungssicherheit sowie die nachhaltige Nutzung von Wasser­ressourcen.

Projektnummer

BO-25-0025

Kontakt

Projektverantwortung:
Peter Ganther

miva | Postfach | 9501 Wil
Tel. 071 912 1555 | info@miva.ch
CH58 0900 0000 9080 0000 0

Eigenleistung
12'400 CHF
Mittelbedarf
32'100 CHF
offener Spendenbetrag
CHF