Die Bergregion von Baudin Grande Colline auf der Südhalbinsel Haitis ist von Armut, fehlender Infrastruktur und den Folgen eines Hurrikans geprägt. Landwirtschaftliche Erträge können nur sehr begrenzt vermarktet werden, da Transportmöglichkeiten fehlen. Mit der Bereitstellung von Lasttieren unterstützt die lokale Pfarrei besonders vulnerable Familien dabei, ihre Produkte zu transportieren, Einkommen zu sichern und den Zugang zu medizinischer Versorgung zu verbessern.
Haiti, das ärmste Land Amerikas, ist regelmässig von Naturkatastrophen betroffen und verharrt in einer tiefen politischen Krise. Besonders in ländlichen Regionen sind die Lebensbedingungen schwierig. Die Paroisse Saint François Xavier de Baudin Grande Colline liegt in einer abgelegenen Bergregion der Südhalbinsel, in der rund 22’000 Menschen in weit verstreuten Siedlungen leben. Die Bevölkerung ist überwiegend in der Subsistenzlandwirtschaft tätig und baut verschiedene Grundnahrungsmittel sowie Kaffee und Früchte an. Aufgrund fehlender Transportmöglichkeiten können Überschüsse jedoch kaum auf Märkte gebracht werden, was zu Verlusten und extrem tiefen Einkommen führt. Mehr als 70 Prozent der Familien leben unterhalb der Armutsgrenze.
Die Situation hat sich durch den Hurrikan «Melissa», der die ganze Karibik Ende 2025 heimsuchte, weiter verschärft. Landwirtschaftliche Flächen wurden zerstört, Infrastrukturen beschädigt und Wege unpassierbar gemacht. Die Isolation der Gemeinden hat zugenommen, wodurch sich die Ernährungsunsicherheit weiter verschärft hat.
Projektpartner ist die lokal stark verankerte Paroisse Saint François Xavier de Baudin Grande Colline, die zur Diözese Jacmel gehört. Sie engagiert sich seit Jahrzehnten in pastoralen sowie sozialen und wirtschaftlichen Bereichen. Neben Bildungs-, Landwirtschafts- und Infrastrukturprojekten unterstützt sie besonders vulnerable Familien und stärkt die lokale Gemeinschaft durch partizipative Ansätze.
Im Rahmen des Projekts erhalten 105 besonders benachteiligte Haushalte jeweils ein Lasttier. Diese ermöglichen den Transport landwirtschaftlicher Produkte zu lokalen Märkten und verbessern so die Einkommenssituation. Gleichzeitig erleichtern sie den Zugang zu Wasser, Baumaterialien und Gesundheitsdiensten. Ein lokales Komitee organisiert die Beschaffung und Verteilung der Tiere und überwacht deren Haltung und Nutzung unter Berücksichtigung des Tierwohls.
Das Projekt hilft den Familien, ihre Isolation zu durchbrechen und unmittelbare Einkommensmöglichkeiten zu erschliessen. Es stärkt ihre Selbstständigkeit in einer vom Wirbelsturm «Melissa» heimgesuchten Region.
Paroisse Saint François Xavier de Baudin
Direkte Begünstigte sind 105 vulnerable Familien, denen 54 Frauen und 51 Männer vorstehen. Indirekt begünstigt werden gut 2'700 Familienangehörige.
Die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung sind nachhaltig verbessert dank gesteigerter Einkommen und gestärkter Ernährungssicherheit aufgrund eines besseren Zugangs zu Märkten und der Wiederbelebung landwirtschaftlicher Aktivitäten.
HT-26-0009
Projektverantwortung:
Peter Ganther
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