Das Centre de Santé Biruyi versorgt rund 35’800 Menschen in einer abgelegenen Region im Westen Ruandas. In Notfällen können schlechte Verkehrswege und fehlende Transportmöglichkeiten dazu führen, dass lebenswichtige Transporte in ein Spital gar nicht stattfinden können. Mit der Anschaffung eines geländegängigen Ambulanzfahrzeugs soll die Versorgung insbesondere für Risikopatientinnen und Notfälle deutlich verbessert werden.
Die Ortschaft Biruyi liegt im Distrikt Rutsiro in der Westprovinz Ruandas, einer ländlich geprägten Region nahe dem Kivusee. Die vorwiegend arme Bevölkerung lebt mehrheitlich von Subsistenzlandwirtschaft. Die Gesundheitssituation ist prekär: Häufige Krankheiten wie Malaria, Atemwegs- und Durchfallerkrankungen sowie Mangelernährung betreffen insbesondere Kinder. Auch die Müttergesundheit ist gefährdet, da Komplikationen oft nicht rechtzeitig behandelt werden können. Der eingeschränkte Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen begünstigt zusätzlich die Verbreitung von Infektionskrankheiten.
Das Centre de Santé Biruyi wird von den Sœurs Hospitalières de Sainte Marthe betrieben und ist eine zentrale Einrichtung der medizinischen Grundversorgung in der Region. Ein Team von 20 Mitarbeitenden bietet unter anderem allgemeine Konsultationen, Geburtshilfe, Impfungen, Labordiagnostik sowie Programme zur Behandlung von Infektions- und nichtübertragbaren Krankheiten an. Pro Monat werden rund 3’650 Konsultationen durchgeführt und etwa 49 Geburten begleitet. Durchschnittlich 126 Patientinnen und Patienten müssen allmonatlich zur weiterführenden Behandlung an ein Referenzspital überwiesen werden.
Das einzige Transportmittel des Gesundheitszentrums ist gegenwärtig ein Motorrad. Für Patiententransporte müssen allzu oft schlecht geeignete Personenwagen gemietet werden. Besonders während der Regenzeit sind die Wege jedoch kaum passierbar, wodurch sich lebenswichtige Transporte verzögern. In akuten Notfällen kann dies schwerwiegende Folgen haben.
Die Anschaffung eines geländegängigen Fahrzeugs mit Ambulanzausstattung ist daher zentral. Es ermöglicht sichere und schnelle Notfalltransporte, insbesondere für schwangere Frauen, Neugeborene und schwer erkrankte Personen, sowie die effiziente Überweisung an Referenzspitäler.
Mit Hilfe einer Ambulanz wird eine schnellere und zuverlässigere Versorgung von Notfällen ermöglicht und die Kontinuität der Behandlung sichergestellt. Damit bildet das Fahrzeug eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende und lebensrettende Gesundheitsversorgung in der Region.
Ambulanz
Soeurs Hospitalières de Sainte Marthe
Jährlich werden über 40’000 Konsultationen durchgeführt. Indirekt profitiert das gesamte Einzugsgebiet mit rund 35’800 Einwohnern vom Centre de Santé.
Die Bevölkerung erhält einen verbesserten Zugang zu medizinischer Versorgung, insbesondere in Notfallsituationen. Dadurch können Komplikationen frühzeitig behandelt, die Mütter- und Kindersterblichkeit reduziert und vermeidbare Todesfälle verringert werden.
RW-26-0007
Projektverantwortung:
Peter Ganther
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