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Projekte

Kamerun: Bildung, Betreuung und Rechtshilfe für Häftlinge

Die NGO Victime Offender Prison Care Support (VOPS) setzt sich in Douala für Häftlinge des Zentralgefängnisses und ehemalige Inhaftierte ein. Sie bietet psychosoziale, juristische und berufliche Unterstützung mit dem Ziel, deren Reintegration in die Gesellschaft zu fördern und Rückfallkriminalität zu verhindern. Ein neues Fahrzeug soll die Aus­wei­tung der Programme auf fünf Haftstandorte und im eigenen Rehabili­ta­tionszentrum erleichtern.

Kamerun zählt zu den Ländern mit besonders herausfordernden Haftbe­dingungen. Das Zentralgefängnis von Douala, ursprünglich für 800 Insassen gebaut, beherbergt heute fast 4’500 Personen – die meisten davon junge Männer ohne rechtskräftiges Urteil. Viele sitzen wegen Bagatelldelikten ein, zahlreiche gelten als „vergessene Gefangene“. Auch nach verbüsster Strafe bleiben manche weiterhin inhaftiert. Die hohe Arbeitslosigkeit und die soziale Stigmatisierung nach der Haftentlassung erschweren die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben und erhöhen das Rückfallrisiko.

Die Organisation Victim Offender Prison Care Support (VOPS) wurde 2003 als Initiative der katholischen Schwesterngemeinschaft Sisters of St. Therese of the Child Jesus of Buea gegründet. Heute ist sie als NGO breit abgestützt, professionell geführt und in mehreren Gefängnissen tätig. VOPS verfolgt einen personenzentrierten Ansatz, der auf psychosoziale, rechtliche, medizi­nische und berufliche Unterstützung setzt. Die Angebote umfassen Rechts­beratung, Seelsorge, medizinische Versorgung, psychosoziale Begleitung, Schulbildung und Berufsbildung in Schneiderei, Informatik und Handwerk. Auch nach der Haft bietet VOPS im Zentrum „Les Buissonettes“ psychologi­sche Betreuung, Unterkunft und Berufsperspektiven, insbesondere in der Bäckerei.

VOPS betreut derzeit rund 7’500 Insassen in mehreren Gefängnissen. Über 400 Personen nehmen an Bildungsangeboten teil, rund 300 besonders ver­letz­liche Inhaftierte erhalten separate Schlafplätze mit Grundausstattung. Für juristische Beratungen, Schulungen, Gesundheitsdienste, Gerichts- und Spitaltermine sowie für die Lieferung von Hilfsgütern und Bildungsmaterial ist das vorhandene Fahrzeug mehr als ausgelastet. Ein zweites, robustes Ge­ländefahrzeug ist deshalb dringend notwendig, um die Outreach-Aktivitäten wie medizinische Betreuung, Hausbesuche und Besuche am Arbeitsplatz u.a.m. durchzuführen und auszubauen und so die Wirkung der Programme langfristig abzusichern.

Sister Caroline und die VOPS-Mitarbeitenden bekämpfen die Perspektivlosig­keit von Inhaftierten und Ex-Häftlingen mit einem ganzheitlichen Ansatz zur Rehabilitation und Wiedereingliederung und spenden so Hoffnung und Würde.

Land
Kamerun
Ort
Région du Littoral, Akwa Douala
Themengebiet
Gesundheit, Menschenrechte
Projekttyp
Personen-/Geländewagen

Projektpartner

Victime Offender Prison Care Support (VOPS)
www.voprisoncare.com

Begünstigte

Direkte Begünstigte sind 7’500 In­sassen pro Jahr. 450 Häft­linge nehmen am Bildungs- und Berufs­bildungsprogramm der Orga­nisa­tion teil, 300 erhalten Schutz und einen Schlafplatz im Ge­fängnis.

Erwartete Wirkung

Die gesellschaftliche Reintegration von (ehemals) Inhaftierten ist ver­bessert, die Rückfallkriminalität ver­ringert. Im Strafvollzug werden die Rechte der Häftlinge besser ge­wahrt, die Haftbedingungen sind men­schenwürdiger.

Projektnummer

CM-25-0033

Kontakt

Projektverantwortung:
Peter Ganther

miva | Postfach | 9501 Wil
Tel. 071 912 1555 | info@miva.ch
CH58 0900 0000 9080 0000 0

Eigenleistung
13'100 CHF
Mittelbedarf
15'400 CHF
offener Spendenbetrag
CHF